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...und was man beachten sollte, wenn man sich ein Räuchergefäß kaufen möchte

Weihrauchfass und Weihrauchschiffchen

Weihrauchfass und Weihrauchschiffchen für das traditionelle Räuchern

Das Weihrauchfass, welches auch als Weihrauchschwenker oder Rauchfass bekannt ist, wird sehr vielfältig zum Räuchern genutzt. In Kirchen kommt das Weihrauchfass an hohen Festtagen zum Einsatz, während in Privathaushalten gerne damit die Wohnung spirituell gereinigt wird. Das Weihrauchschiffchen hingegen ist ein Behältnis, in dem zusätzlicher Weihrauch zum Auffüllen des Räucherfasses aufbewahrt wird. Meist gehört zu dem Weihrauchschiffchen auch ein passender Löffel, mit dem das Räuchergut auf die heiße Kohle aufgelegt werden kann.

Aufbau Weihrauchfass

Der Aufbau eines Weihrauchfasses

Das Weihrauchfass besteht zumeist aus zwei Teilen. Der untere Teil ist oftmals wie eine Halbkugel oder ein Fass geformt, der obere Teil ist ein Deckel zum Abdecken der Glut. Damit das Weihrauchfass geschwenkt werden kann, hängt das Räuchergefäß an Ketten. Im Inneren des Räucherfasses ist oftmals noch ein Einsatz für die Räucherkohle. Dieser kann separat entnommen und gereinigt werden. Für Weihrauchfässer wird meist Metall wie Messing oder Kupfer verwendet. Eine spezielle Legierung sorgt dafür, dass der entstehende Teer das Metall nicht beschädigt.

Räuchern mit dem Weihrauchfass

In vielen Regionen ist die spirituelle Hausreinigung Teil einer langen Tradition. Mithilfe des Rauches sollen Haus und Hof von bösen Einflüssen gereinigt werden. Der klärende Rauch segnet und beschützt vor negativen Energien. Damit der Rauch sich überall verteilen lässt, hängt das Weihrauchfass an Ketten. So können Sie beim Räuchern das Räucherfass bequem tragen. Zudem dienen die Ketten zum Schwenken, damit die Räucherkohle immer wieder neu angefacht wird. Für große Häuser oder Wohnungen ist ein Weihrauchschiffchen die optimale Ergänzung. So ist der Weihrauch immer griffbereit, wenn die erste Gabe verbrannt ist. Zumeist läuft ein Träger mit dem Weihrauchschiffchen hinter demjenigen her, der das Weihrauchfass benutzt. In Kirchen gibt es spezielle Ministranten, die mit diesen Aufgaben betraut sind.

Optik von Weihrauchfass und Weihrauchschiffchen

Da das Räuchern mit Weihrauch in vielen Kulturen üblich ist, gibt es Weihrauchfässer in vielen verschiedenen Optiken. Von schlicht bis reichhaltig verziert ist alles vertreten. Für den Hausgebrauch sind die Weihrauchschwenker meist kugelförmig. Je nach Ausführung ist das Unterteil fein ziseliert und mit Motiven geschmückt. Der Deckel, der das Oberteil bildet, besitzt Luftlöcher, damit der Rauch abziehen kann. Oftmals sind diese Löcher in Sternform gehalten. Sehr gerne wird Messing verwendet, da die Räucherfässer gerne in Silber oder Gold gehalten werden. So soll der kostbare Charakter von Weihrauch unterstrichen werden.

An christlichen Weihrauchfässern finden sich verständlicherweise christliche Symbole. Ganz klassisch ist dabei das Kreuz als Abschluss des Deckels. Die Verzierungen werden hier gerne im barocken Stil gehalten. Auch gotische Einflüsse sind oftmals zu finden. Die Weihrauchschiffchen sind ebenfalls sehr opulent gestaltet. Wie eine schiffchenförmige Schale auf einem kelchartigen Stiel muten diese Gefäße an. Häufig kann das Weihrauchschiffchen mit einem Deckel verschlossen werden, damit der Weihrauch geschützt ist. Passende Rauchfasslöffel runden eine solche Räuchergarnitur ab.

Orientalische Weihrauchfässer

Opulent bis schlicht

Orientalische Weihrauchfässer sind ähnlich opulent, während asiatische Rauchfässer eher mit aufgesetzten Glücksbringern geschmückt sind. Wer es schlichter mag, findet klassische Varianten der Weihrauchfässer. Hier wird auf religiöse Symbole oder üppige Verzierungen verzichtet. Ob man übrigens ein Weihrauchschiffchen braucht, ist natürlich eine Geschmacksfrage. Sicherlich ist es der stilvollste Aufbewahrungsort für Weihrauch, den man sich denken kann. Zumal ein Weihrauchschiffchen auch ein wunderschöner Dekorationsgegenstand ist.

Aufbewahrung

Weihrauchschiffchen für die Aufbewahrung von Weihrauch

Richtig bekannt geworden sind Weihrauchschiffchen durch die liturgische Verwendung in der katholischen und anglikanischen Kirche. In Laufe der Zeit wurden sie immer anspruchsvoller dekoriert und sind mittlerweile echte Hingucker geworden. Im Orient wird Weihrauch eher in einem Räucherkästchen aufbewahrt. In Europa hingegen wird, wenn überhaupt, das Weihrauchschiffchen genutzt. In privaten Haushalten hat es sich noch nicht durchgesetzt, obwohl es eine formschöne und vor allem dekorative Möglichkeit ist. Weihrauchschiffchen sind häufig oval, ähnlich einem Schiffskörper geformt. Seltener finden sich auch runde Schiffchen. Der Deckel ist oftmals mit einem Scharnier an das Weihrauchschiffchen fest angebracht. Komplett wird ein solches Set durch einen kleinen Löffel, der ebenfalls aus dem gleichen Material wie das Schiffchen gefertigt ist.

Verwendung - Weihrauchfässer & Weihrauchschiffchen

Verwendung in der Kirche

In der Kirche wird das Weihrauchschiffchen von einem so genannten Navikular getragen. Dieser Ministrant reicht dem Priester oder dem Träger des Weihrauchfasses das Weihrauchschiffchen bei Bedarf an. Weihrauchschiffchen gehören offiziell zur "Vasa sacra" zum offiziellen sakralen Gerät. Diese Stücke wurden früher von einem Silberschmied in aufwendiger Handarbeit selbst gefertigt. Für den Hausgebrauch sind die Weihrauchschiffchen aus erschwinglichem Messing gehalten, in Kirchen hingegen werden Edelmetall oder sogar Elfenbein genutzt. Dadurch und durch den ideellen Wert gehören Weihrauchschiffchen zu den wertvollen Kirchenschätzen.

Ein reich geschmücktes Weihrauchfass ist, ebenso wie das dazu passende Weihrauchschiffchen, zum Imponieren gedacht. Das erklärt vermutlich auch, warum ein Weihrauchschiffchen im Hausgebrauch eher selten genutzt wird. Dabei ist es eine wirklich geschmackvolle Aufbewahrung für Weihrauch und gerade für Hausräucherungen äußerst praktisch.

Richtiges Räuchern

Richtig Räuchern mit dem Weihrauchfass

Wer noch nie mit einem Weihrauchfass geräuchert hat, sollte sich mit dem Räuchergefäß erst einmal vertraut machen. Da das Metall sehr heiß wird, empfiehlt sich ein sorgfältiger Umgang. Die Räucherkohle kann nämlich bis zu 800 Grad heiß werden. Für den Hausgebrauch sind Räucherkohletabletten zu empfehlen. Diese verfügen über einen Schnellzünder und glühen schnell durch. Mithilfe einer Räucherkohlezange wird eine Kohletablette entzündet. Erst wenn sie komplett glüht, wird sie in die Kohlehalterung des Rauchfasses eingelegt. Nun kann mit einem Löffel etwas Weihrauch aufgelegt werden. Der Deckel wird geschlossen und durch sanftes Schwenken wird die Glut weiter angefacht. Der Rauch zieht durch die Öffnungen im Deckel und lässt sich so sehr schön verteilen. Ein Räucherfass kann allerdings auch an einer speziellen Aufhängung einen festen Platz bekommen. So lässt sich das Weihrauchfass auch zum ganz normalen, alltäglichen Räuchern nutzen.

Weihrauch verbrennt recht schnell. Wenn Sie das Gefühl haben, dass die Kohle zu heiß ist, kann eine dünne Schicht Räuchersand auf der Kohle Abhilfe schaffen. Vor allem byzantinischer Blütenweihrauch ist sehr empfindlich. Dieser kann auch neben die Kohle gegeben werden, damit er langsam verräuchert. Reste vom Weihrauch sollten immer mit einem Löffel von der Kohle entfernt werden, bevor neuer Weihrauch aufgelegt wird. Im Weihrauchfass können natürlich auch Räuchermischungen verräuchert werden. Für reine Kräuter ist diese Räuchervariante allerdings nicht zu empfehlen, da diese zu schnell verglühen.

Pflege & Reinigung

So wird das Weihrauchfass richtig gepflegt

Da Weihrauch beim Verbrennen sehr klebrig wird, setzt sich das Harz immer am Weihrauchfass ab. Es empfiehlt sich deshalb, das Räucherfass regelmäßig zu putzen. Je dicker der Belag aus Harz und Teer, desto schwieriger ist er zu entfernen. Zudem können sich die Lüftungslöcher zusetzen, sodass das Weihrauchfass nicht mehr nutzbar ist. Deshalb sollte die Asche immer entfernt werden, wenn der Räuchervorgang abgeschlossen ist. Ideal ist dafür eine Schale mit Räuchersand, damit eventuell glühende Reste keine Brände verursachen können.

Dann sollte das erkaltete Weihrauchfass mit einem in Spiritus oder Reinigungsbenzin getränkten Lappen ausgerieben werden. Hartnäckige Verschmutzungen kann man auch einweichen und mit einer Bürste entfernen. Bitte nutzen Sie keine scharfkantigen Gegenstände, da sonst das Weihrauchfass zerkratzt wird. Wenn sich etwas nicht lösen lässt, kann das Weihrauchfass auch in Reinigungsflüssigkeit eingeweicht werden. Allerdings muss es danach gut trocknen, damit nichts rostet. Zur Reinigung werden unterschiedliche Tipps gegeben. Normalerweise reicht Spiritus vollkommen aus. Es gibt aber auch Empfehlungen, das Räucherfass in Petroleum einzuweichen oder eine Lauge aus Potasche anzusetzen.

Weihrauch zum Räuchern

Mit welchem Weihrauch kann man im Weihrauchfass räuchern?

Es ist vor allem Geschmackssache, mit welcher Art von Weihrauch geräuchert wird. Je nach Herkunftsgebiet riecht jeder Weihrauch ein wenig anders. Einige Sorten werden dabei als angenehmer empfunden. Hier hilft es also, wenn man sich einfach einmal durch verschiedene Sorten durchprobiert. Je heller der Weihrauch ist, desto reiner und höher ist die Qualität. Wird Weihrauch in Kirchenqualität angeboten, bedeutet das übrigens keine besondere Güte, sondern dieser Weihrauch zeichnet sich meist dadurch aus, dass farbige Körnchen enthalten sind und es sich um Mischungen handelt.

Weihrauchsorten

Unterschiedliche Weihrauchsorten von aromatisiert bis natürlich

Aromatisierter Weihrauch ist mit ätherischen Ölen vermischt und ist ideal zum Räuchern, wenn es nur um den Wohlgeruch geht. Weihrauch stammt meist aus niederschlagsarmen Gebieten. Der Oman und der Jemen sind begehrte Gebiete für hochwertigen Weihrauch. Ansonsten kommt Weihrauch auch aus Indien, Äthiopien, Eritrea und dem Sudan. Boswellia sacra ist nur in kleinen Mengen auf dem Markt erhältlich. Diesem Weihrauch wird ein himmlischer Geruch nachgesagt. Obwohl ihm nichts zugesetzt wird, ist der Duft balsamisch und kann nach Zitrusfrüchten riechen. Limette und Orange sind Noten, die hier häufig wahrgenommen werden. Diese Sorte kommt aus dem Oman und besonders beliebt ist dabei der "grüne" Weihrauch, der früher einmal sehr teuer war und somit nur der Oberschicht vorbehalten blieb. Diese Sorte verlangt quasi danach, in einem opulenten Weihrauchschiffchen präsentiert zu werden. Der kostbare Rahmen ist für diesen edlen Weihrauch einfach passend.

Boswellia serrata hingegen hat einen eher dunklen Geruch und dieser Sorte aus Indien wird eine heilende Wirkung nachgesagt. Deshalb wird dieser Weihrauch gerne im esoterischen Bereich verräuchert. Boswellia carterii wird auch als Aden Weihrauch gehandelt. Diese Sorte ist sehr beliebt, da der Geruch intensiv und frisch zugleich ist. Viele Kirchenmischungen enthalten diesen Weihrauch. Es lohnt sich, diese verschiedenen Duftschätze alle einmal auszuprobieren, wenn anstelle von anderem Räucherwerk Weihrauch verwendet werden soll. Meist werden von allen Sorten auch Kleinmengen angeboten, sodass Sie sich bequem durch alle interessanten Sorten durchschnuppern können.

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